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Überlebenstraining mit den ISS-Crews

Die internationale Raumstation ISS kreist in etwa 400 km Höhe um die Erde. Wenn auf diesem Außenposten der Menschheit ein ernster Störfall auftritt, wird die Besatzung mit der ständig angedockten Soyuz-Kapsel evakuiert. Darin erreicht sie zwar wieder sicheren Boden, aber ohne die Garantie, dass die Descent Capsule auf leicht zugänglichem Gelände niedergeht.  In jeweils etwa einwöchigen Trainingscamps werden deshalb die notwendigen Überlebensroutinen bei einer Soyuz-Notlandung in entlegenen Regionen oder im Meer eingeübt. Diese jährlichen Survival Trainings sind für jeden ISS-Raumfahrer - gleich welcher Nationalität - obligatorisch.

Zu diesen Übungsprogrammen, die vom Yuri Gagarin Cosmonaut Training Centre durchgeführt werden, sind jetzt erstmals auch Non Professional-Teilnehmer zugelassen. Alle Survival Trainings beginnen in Star City bei Moskau. Dort werden Sie in einem ausführlichen Briefing auf Ihre Aufgaben vorbereitet und mit den speziellen Notfall-Ausrüstungen der Soyuz bekannt gemacht.

Für das Winter Survival fährt man von dort in die Eisregionen Nordrusslands. Etwa Anfang Februar wird dort in mehreren Teams in einer echten weltraumerprobten Soyuz- Kapsel geübt, wie man sich nach einer Notlandung in dieser unwirtlichen Landschaft mindestens 48 Stunden am Leben halten kann.

Nicht extreme Kälte, sondern ihr Gegenteil ist das Problem, dem man sich beim Desert Survival stellen muss: Im Mai/ Juni in der flirrenden Hitze der kasachischen Wüste zu überleben stellt harte Anforderungen alle Teilnehmer.

Anfang September im Schwarzen Meer den Ausstieg aus der notgewasserten Kapsel zu üben, klingt dagegen nach einem echten Urlaubsvergnügen. Doch täuschen Sie sich nicht: Wenn Sie gemeinsam mit Ihren zwei Kosmonauten-Kollegen in der drangvollen Enge der auf den Wellen tanzenden Raumkapsel die fünf Schichten des Überlebensanzugs angelegt haben, werden Sie wissen, warum dieses Training bei den Profis den meisten Respekt genießt.

Der Non Professional-Teilnehmer der Survival Trainings unterliegt den gleichen Anforderungen wie die russischen Kosmonauten oder die amerikanischen und europäischen Astronauten, mit denen zusammen er übt. Er (oder sie) ist in alle Trainingsabläufe gleichberechtigt eingebunden.
Die Survival Trainings stellen gewisse Anforderungen an die körperliche, vor allem aber an die mentale Fitness der Teilnehmer. Trainingssprachen sind Russisch oder Englisch.
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